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Akrobatik, Artistik und Ästhetik bei TurnGala-Premiere

Nach zweieinhalb Stunden voller Akrobatik, Artistik und Ästhetik, rasanter Auftritte und berührenden, anmutigen Tanzszenen feierten die vor Begeisterung stehenden 1.200 Zuschauer bei der Auftaktveranstaltung am 28. Dezember in der restlos ausverkauften Deutenberghalle in Villingen-Schwenningen die Protagonisten mit minutenlangem Applaus und rhythmischem Händeklatschen.

Fotos: Q. Chen

In der Tat: Was die TurnGala, die beliebte Familienshow zum Jahreswechsel des Badischen und des Schwäbischen Turnerbundes, in ihrem abwechslungsreichen Programm zu bieten hatte, ist aller Ehren Wert und würde jedem Varieté oder Zirkus zur Ehre gereichen. So fällt es auch schwer, einzelne Nummern herauszupicken, sind doch alle auf ihre Art überragend und wunderbar.

Neue Wege geht das ShowProject "Turnen einmal anders". Auf dem Barrolin – einer Kombination aus zwei Barren und einem Trampolin – zeigten vier Turnprofis einen schwungvollen Mix aus beiden Disziplinen, garniert mit tollen Lichteffekten, flotter Musik und hohem Tempo. "Jonglissimo", zwei Brüder aus Österreich, demonstrierten mit LED-Reifen und verblüffenden Reflexionen auf den drei Leinwänden eine verzaubernde Kür mit einer spannenden Mischung aus Jonglage, Theater und Technik. Bei ihren späteren Auftritten jonglierten die Brüder mit vier leuchtenden Keulen sowie bis zu fünf Bällen. Die Frauen und Männer des Showteams der KTG Heidelberg und des SKC Halle zeigten am Schwebebalken eine Kombination turnerischer Klasse und hochkarätiger Rhythmischer Sportgymnastik (RSG).

Zwei Duos und ein Trio verschiedener Vereinen aus Baden-Württemberg und Hessen demonstrierten "POWER Sportakrobatik" mit Kraft und Eleganz. Teilweise drei Akteure aufeinander bis in eine Höhe von zirka fünf Metern, einarmige und beidarmige Handstände auf dem Kopf des Untermannes, unglaubliche Balanceelemente und Hebefiguren rissen das Publikum zu Szenenapplaus hin. Ein absolutes Highlight präsentierte das kanadische Duo Hand2Stand. Ihre Handstandakrobatik auf "Stelzen" ist hochprofessionell und reich an Emotionen. Atemberaubende Technik, von ihnen selbst entwickelt, loten die Möglichkeiten der Körperbalance im Duo neben- und miteinander aus. Einarmig oder beidarmig, zu ruhiger Musik, aber hektischen Verkehrsszenen auf die Leinwände im Hintergrund projiziert, mit dem abschließenden Höhepunkt eines "menschlichen Gürtels" – sie windet sich mit unglaublicher Biegsamkeit um die Hüfte ihres Partners – das Duo gibt den Zuschauern ein perfektes Bild moderner Zirkuskunst.

Rhythmische Sportgymnastik vom Feinsten mit goldenen Reifen und Band unter Einbeziehung von Spiegelwänden zeigten die jungen Frauen der SKC Tabea. Blindes Vertrauen ineinander, Kraft und Eleganz vermittelten die beiden Artistinnen des Duo Sienna. Synchron, mit den Köpfen nach unten, nur mit dem Fußrücken oder in den Kniekehlen eingehängt, entwickelten sie am "Aerial Hoop", einem in rund vier bis fünf Metern hängenden Reifen, eine Dynamik von packender Intensität. Letzter Programmpunkt vor der Pause waren die jungen Japaner der Gruppe "Blue Tokyo". Zu krachenden Gewittern, Blitz und Donner, aber auch ruhiger japanischer Musik präsentierten sich die Künstler mit Tempo, Präzision, Disziplin und Exaktheit am Boden, beim Seilspringen, mit Ringen und Reifen. Danach begeisterten erneut die vier ansehnlichen Turnprofis des ShowProjects das Publikum: Am Doppel-Reck wirbelten sie um die Geräte, und die Flugteile über beide Recks ließen den Zuschauern fast den Atem stocken. Riesenfelgen zu zweit und zu viert an beiden Recks krönten den Auftritt.

Mixed-Turnen einmal anders – RSG und Seitpferd – von vier Mädchen und vier Jungs im Matrosenlook zu "Candyman" und fetzigem Rock‘n Roll sorgte für Frische. Erneut das Duo Hand2Stand verblüffte dann am Vertikaltuch – in drei Metern Höhe und zum Teil mit verbundenen Augen. Aneinander oder übereinander hängend, Spagat und faszinierende Figuren – die Kanadier packten ihre mannigfaltigen Erfahrungen in ihre Kür, und das Publikum dankte es ihnen mit wahren Begeisterungsstürmen.

Im roten Outfit und vor Feuer- und Flammenrückwänden präsentierten sich die Akrobatinnen und Akrobaten von "POWER" bei ihrem zweiten Auftritt. Ihre meterhohen Pyramiden und waghalsigen hohen Würfe sowie der dreifache Salto des kleinen "Obermannes" beim Abgang forderte rhythmisches Klatschen der Besucher heraus. Turnen mit leuchtenden Würfeln der SKC Tabea zur Musik einer Spieluhr leitete über zum zweiten Auftritt des Duo Sienna, diesmal mit Poledance. Synchron, harmonisch, mit toller Lichttechnik begleitet – die beiden Frauen überzeugten auch diesmal durch Eleganz und Kraft in faszinierender Art und Weise.

"Blue Tokyo" in weiß zu klassischer Musik war die abschließende Programmnummer: Rhythmisches Bodenturnen, Seilspringen und als krönender Abschluss ein gleichzeitiger Salto aller sechs Japaner zu sprühenden Feuerwerksbildern auf den Leinwänden im Hintergrund – musikalisch untermalt von "Freude, schöner Götterfunke". Als "roter Faden" sorgte der Comedian "Erwin aus der Schweiz" immer wieder für Lacher. Er führte auch das große Finale aller Beteiligten an, bei dem die Stars immer wieder einzeln mit Kunststücken glänzten und im Hintergrund Szenen aus der Generalprobe, aus den Katakomben oder vom Training gezeigt wurden.

Die Termine im Badischen

  • 29.12.2018 | Konstanz, 14.00 & 18.30 Uhr
  • 30.12.2018 | Freiburg, 14.00 & 18.30 Uhr
  • 05.01.2019 | Baden-Baden, 14.00 & 18.30 Uhr
  • 06.01.2019 | Mannheim, 18.30 Uhr

⇒ Infos & Tickets TurnGala 2018/19