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| Capoeira

Badische Capoeiristas überzeugen bei EM in Lissabon

Erfolge für Karlsruhe, Heidelberg und Dossenheim bei den 27. Europameisterschaften von ABADÁ-Capoeira

Die Siegerinnen der höchsten Kategorie der Frauen. Lila Sax dos Santos Gomes (Professora Lilás 2. v.l.) erkämpfte sich den 2. Platz. (Foto: Capoeira Karlsruhe)

Die Sieger der höchsten Kategorie der Männer. Luiz Carlos dos Santos Gomes (Professor Cao 3. v.l.) erkämpfte sich den 3. Platz. (Foto: Capoeira Karlsruhe)

Aamiah Owens-Mason (Graduada Esperança) erkämpfte sich in ihrer Kategorie den 3. Platz (Foto: A. Owens-Mason).

Mit starken Platzierungen haben Athletinnen und Athleten aus Baden bei den 27. Jogos Europeus (Europameisterschaften) von ABADÁ-Capoeira in Lissabon auf sich aufmerksam gemacht. Mehrere Podestplätze und Halbfinaleinzüge unterstreichen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Vereine. 

Vom 2. bis 6. April 2026 fand in der portugiesischen Hauptstadt die 27. Ausgabe der “Jogos Europeus” im Rahmen des “Festival Europeu da Arte Capoeira” statt. Das Event zählt zu den bedeutendsten internationalen Treffen der ABADÁ-Capoeira, einer der weltweit größten Capoeira-Organisationen und bringt Praktizierende aus aller Welt zusammen. In diesem Jahr markiert die Veranstaltung eine wichtige strukturelle Neuerung: Die Jogos Europeus stehen erstmals allen nicht-brasilianischen und nicht-europäischen Mitgliedern offen und entwickeln sich damit zu einem globalen Forum für sportlichen und kulturellen Austausch.

Die badischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten sich in diesem internationalen Umfeld besonders erfolgreich behaupten: Lila Sax dos Santos Gomes (Professora Lilás) vom Verein Capoeira Karlsruhe erreichte den 2. Platz in der höchsten Kategorie der Frauen. Als Vereinsmitgründerin und langjährige Leistungsträgerin prägt sie die regionale Szene maßgeblich. Ihr Ehemann Luiz Carlos dos Santos Gomes (Professor Cao), Haupttrainer von Capoeira Karlsruhe sowie stellvertretender Landestrainer im Capoeira-Fachgebiet des BTB, sicherte sich den 3. Platz in der höchsten Kategorie der Männer. Aamiah Owens-Mason (Graduada Esperança) aus Heidelberg belegte den 3. Platz in der Graduada-Kategorie und bestätigt damit ihre kontinuierlich starken Leistungen auf internationalem Niveau. Ebenfalls aus Heidelberg erreichte David Shelton (Graduado Bamba) das Halbfinale. Auch Julia Sgrott (Jambo) aus Dossenheim zog ins Halbfinale ein. Diese Ergebnisse verdeutlichen die nachhaltige Entwicklung der Capoeira in Baden, wo leistungsorientiertes Training und kulturelle Vermittlung eng miteinander verbunden sind. Einen herzlichen Glückwunsch an alle badischen Teilnehmenden!

Veranstaltet wurde das Event von der internationalen Organisation ABADÁ-Capoeira, gegründet und geleitet von José Tadeu Carneiro Cardoso (Mestre Camisa). Die Organisation vor Ort in Lissabon lag in den Händen von dem lokalen Trainer Luiz Filho (Mestrando Perninha) und Karlla Nascimento (Professora Minnie), die gemeinsam mit ihrem Team die Durchführung des Festivals verantworteten. Die Jogos Europeus sind dabei weit mehr als ein klassisches Sportturnier. Neben den Wettkämpfen umfasst das Programm Workshops mit hochrangigen Mestres, musikalische Einheiten sowie vielfältige Begegnungsformate. 

Unter der Leitidee “N’jila – Raízes e Fundamentos” (Wurzeln und Grundlagen) stellt die Veranstaltung die Verbindung von Tradition und Weiterentwicklung in den Mittelpunkt. Diese Ausrichtung spiegelt die Philosophie der ABADÁ-Capoeira wider, die Capoeira als ganzheitliche Praxis versteht, in der Musik, Bewegung und kultureller Austausch eine zentrale Rolle spielen. Vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Spannungen weltweit setzte die Veranstaltung zudem ein bewusstes Zeichen der Einheit: Auf Länderflaggen auf den Wettkampf-T-Shirts und im Publikum wurde in diesem Jahr verzichtet, stattdessen war das ABADÁ-Logo - ein Globus, über den der Schriftzug der Vereinigung gespannt ist - besonders präsent. Die Capoeiristas repräsentierten damit nicht ihre Herkunftsländer, sondern die gemeinsame Kampfkunst Capoeira. Unterstützt wurde dieses Zeichen durch das Motto “Meu berimbau pede paz” ("Mein Berimbau bittet um Frieden"). So zogen die Capoeiristas mit ihren Musikinstrumenten durch die Straßen von Lissabon und verkündeten, wie es im Capoeira-Lied sinngemäß heißt: Mein Berimbau bittet um Frieden / ohne Gewalt, ohne Krieg / mein Berimbau bittet um Frieden / für alle Völker der Erde.