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| Faustball

Max Grab aus Waibstadt/Baden ist U18-Faustball-Weltmeister

Waibstadt hat wieder einen Faustball-Weltmeister! Mit der U18-Nationalmannschaft gewann der 17-jährige Max Grab am 26. Juli in Reiden (Schweiz) mit großen Spielanteilen die Goldmedaille. Zum Abschluss des viertägigen Turniers gewann Deutschland im Endspiel vor 1.200 Zuschauern gegen Österreich in 3:1-Sätzen. Die Nachricht verbreitete sich ab 18:00 Uhr auf dem Waibstädter Stadtfest wie ein Lauffeuer. Am Montagabend wurde der frisch gebackene Weltmeister auf dem Marktplatz jubelnd empfangen.

Foto: U. Spille

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Foto: U. Spille

Foto: G. Link

Foto: G. Link

Beim Blick in die Historie konnten zuvor zwei Akteure aus der Nachwuchsarbeit des TV Waibstadt den WM-Titel erringen. Der mittlerweile 62-jährige Uwe Schäfer gewann mit den Herren 1986 in Argentinien und 1990 in Österreich die Goldmedaille. In seine Fußstapfen trat der nicht direkt mit Uwe verwandte Marco Schäfer. Der 36-jährige krönte sich nach den WM-Gewinnen 2006 in Namibia und 2008 in Chile zum ersten zweifachen U 18-Weltmeister überhaupt. Sieben weitere Spieler – allesamt männlich - schafften daneben den Sprung in eine der Nationalmannschaften. Mitte August geht Tobias Maurer – gebürtiger Waibstädter, aber derzeit beim TV Vaihingen/Enz aktiv – mit dem A-Kader bei der Herren-Europameisterschaft in Dänemark ins Medaillenrennen.

Zurück zu Max Grab: in dieser Feldsaison wurde der 17-jährige in die U18-Nationalmannschaft berufen. Beim entscheidenden Lehrgang Ende Mai im niedersächsischen Oldendorf glückte der Sprung in den zehnköpfigen Kader für die U18-Weltmeisterschaft im schweizerischen Reiden. Im Kanton Luzern kämpften jeweils acht Nationen bei den Mädchen und Jungs um den Titel. Nach einer kurzfristigen Absage von Indien spielten die verbliebenen sieben Teams zunächst eine Runde „jeder gegen jeden“.
Titelverteidiger Deutschland wurde seiner Favoritenrolle vollauf gerecht und verbuchte zum Auftakt am Donnerstag Siege über Chile (3:0), Namibia (3:0) und Gastgeber Schweiz (3:1). Das Team von Bundestrainer Kolja Meyer (Vaihingen/Enz) blieb auch am zweiten Tag gegen Österreich (3:1), Brasilien (3:2) sowie Neuseeland (3:0) in der Erfolgsspur.

In der Vorrunde kam Grab in vier Partien zum Einsatz, wobei er im letzten Gruppenspiel gegen Neuseeland ausgewechselt werden musste. „Eine Wespe hat mich in den Mund gestochen. Das ist gleich mächtig geschwollen, war aber wenig später wieder vergessen“ berichtete der Max Grab beim Empfang am Montagabend im Interview.

Mit dem Halbfinale am Samstagnachmittag ging das WM-Turnier in die heiße Phase. Gegen Gastgeber Schweiz und vor über lautstarken 1.000 Zuschauern wartete ein Stahlbad auf die deutsche Auswahl. Bundestrainer Kolja Meyer (Vaihingen/Enz) setzte auf Grab in der Startfünf auf der Abwehrposition. Mit einer konzentrierten Teamleistung wurden die Eidgenossen mit 12:10, 11:9 und 11:7 ohne Satzverlust bezwungen. Im zweiten Semifinale konnte sich Österreich gegen Brasilien in 3:1-Sätzen durchsetzen.
 

Am Sonntag hieß es lange warten, bis das Endspiel um 16.45 Uhr angepfiffen wurde. Bundestrainer Meyer vertraute erneut auf seine Stammformation mit Jasper Weusthoff (MTV Oldendorf), Joey Bieniek (TV Brettorf), Sven Trautmann (TSV Pfungstadt), Paul Kloster (Leichlinger TV) sowie Max Grab (TV Waibstadt). Österreich erwischte in allen Sätzen den besseren Start. Deutschland drehte aber im ersten Abschnitt einen 3:6-Rückstand zum 11:9. Auch der zweite Durchgang ging nach 4:6 noch mit 12:10 an den Titelverteidiger. Der Herausforderer aus der Republik schaffte im dritten Satz den Anschluss. „Das war unser schwächster Satz im ganzen Turnier“ kommentierte Max Grab den 6:11-Verlust.
Der vierte Durchgang war hart umkämpft und bei 10:9 hatte Deutschland den ersten Matchball. Österreich konterte und erspielte sich bei 11:10 einen Satzball. Die letzten drei Punkte verbuchte jedoch Deutschland und mit 13:11 war der umjubelte 3:1-Erfolg perfekt. „Das Matchglück hat uns durchs Turnier begleitet. Wir haben quasi alle knappen Sätzen für uns entscheiden können“ resümierte Grab überglücklich nach seinem sechsten Länderspieleinsatz.

Bei der elften Auflage einer WM bei den U18-Jungs ging der Titel zum achten Mal (2006, 2008, 2010, 2014, 2016, 2022, 2024, 2026) an Deutschland. Dreimal krönte sich Brasilien (2004, 2012, 2018) zum Weltmeister, während Österreich nun zum bereits fünften Mal im Endspiel scheiterte. Die Bronzemedaille gewann Brasilien nach einem 3:0-Sieg über die Schweiz. Rang fünf ging an Namibia vor Chile und Neuseeland.

Deutschlands U18-Mädchen verpassten hingegen den angepeilten Titelgewinn. Im Endspiel konnte sich Titelverteidiger Österreich überraschend deutlich in 3:0-Sätzen (11:7, 12:10, 11:6) durchsetzen.

Die WM-Partien in Reiden wurden bei perfekter Organisation und vor einer außergewöhnlich großen Zuschauerkulisse ausgetragen. Rund ein Dutzend Fans aus Familie und Freunden unterstützten Max Grab vor Ort. Der Großteil der Spiele im Kanton Luzern konnte auch im Livestream verfolgt werden.

Am Montagabend empfingen die Waibstädter ihren frisch gebackenen Weltmeister. Dabei wurde Max Grab im historischen weißen Cabrio auf den Rathausplatz gefahren. Nach dem musikalischen Auftakt durch die SFZ Big Band würdigten der stellvertretende Bürgermeister Michael Lutz sowie Abteilungsleiter Thomas Link die tolle Leistung. Von Seiten der Faustballabteilung ordnete Rainer Frommknecht den WM-Titel ein und führte ein emotionales Interview mit Max Grab. Mit weiteren Musikstücken des SFZ und dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt ging der Empfang in den informellen Teil mit Umtrunk über.

Lange Erholungszeit hatte Max Grab danach nicht. Bereits am darauffolgenden Wochenende ging der 17-jährige mit den Waibstädter Herren bei der Aufstiegsrunde in Weinheim-Wünschmichelbach ins Rennen. Im Odenwald war die Ausgangslage eine völlig andere als bei der U 18-WM: „In der Schweiz waren wir Deutsche die Favoriten und Gejagten. Bei der Aufstiegsrunde sind wir krasser Außenseiter“. Max sollte recht behalten: Sein Team verpasste den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Kader Deutschland männliche U18:

Angriff: Joey Bieniek, Joris Finkel (beide TV Brettorf), Finn Hummel (TV Ochsenbach), Jasper Weusthoff, Toni Hohls (beide MTV Oldendorf)
Zuspiel/Abwehr: Max Grab (TV Waibstadt), Ole Behm, Mats Hinrichs (beide TV Brettorf), Paul Kloster (Leichlinger TV), Sven Trautmann (TSV Pfungstadt)
Trainer: Kolja Meyer (Vaihingen/Enz) & Tim Lemke (Brettorf)