| Rhythmische Sportgymnastik, Gerätturnen

Die "Finals 2021": Über Dortmund nach Tokio

Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen in Tokio machen die deutschen Turnerinnen und Turner vom 2. bis 6. Juni in der Dortmunder Westfalenhalle Station. Im Rahmen der "Finals 2021" werden die nationalen Einzeltitel an den Geräten vergeben. Zudem feiert die Rhythmische Sportgymnastik ihre Premiere bei dem Multisportevent, das bei seiner zweiten Auflage sowohl in Berlin als auch in der Region Rhein-Ruhr ausgetragen wird.

Neben den Gerätturnerinnen und Gerätturnern werden erstmals auch die Rhythmischen Sportgymnastinnen im Rahmen des Multisportevents "Finals 2021" um die Deutschen Meistertitel kämpfen. (Bilder: DTB)

"Wir haben bei unserer Teilnahme 2019 nur positive Kritik bekommen und sehr gute Einschaltquoten erzielt, die wir mit einer einzelnen Deutschen Meisterschaft nicht erreichen würden", sagt DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam über das Event, das eine starke Medienpräsenz in den Programmen von ARD und ZDF haben wird. "Diese Chance wollen wir uns auch diesmal nicht entgehen lassen." Allerdings bedurfte es einiger Kopfstände, um den Auftritt bei dem Großevent, das aktuell ohne Zuschauende vor Ort geplant ist, noch in den pandemiebedingt engen Zeitplan in diesem Jahr einzupassen.

Während die Mehrkampfkronen der Männer und Frauen bereits im Mai, beim DTB-eigenen Event "Turnen21" in Leipzig verteilt werden sollen, wurden die Meisterschaftsentscheidungen an den einzelnen Geräten abgetrennt und werden nun in einer gesonderten Veranstaltung bei den Finals ausgetragen. Der Reiz, sich einen oder mehrere Titel zu sichern, soll die gesamte Elite nach Nordrhein-Westfalen locken. Bei den Frauen könnte die deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz unter anderem an ihrem Spezialgerät Stufenbarren, wo sie 2018 bei den Weltmeisterschaften in Doha Bronze gewann, nach weiteren Trophäen für ihre reichhaltige Sammlung greifen. WM-Finalistin Sarah Voss geht als Titelverteidigerin am Sprung und am Schwebebalken ins Rennen. Am Boden war zuletzt Kim Bui erfolgreich, die mit ihren mittlerweile 32 Jahren die routinierteste Athletin im Nationalteam ist.

Auch bei den Männern bietet sich den Olympiaanwärtern knapp sieben Wochen vor dem Saisonhöhepunkt in Japan noch einmal die Chance, ihre hochkarätigen Übungen unter Wettkampfbedingungen und vor einer Vielzahl an Kameras zu testen. Beim Griff nach den Medaillen an insgesamt sechs Einzelgeräten zählen Andreas Toba, Ringespezialist Nick Klessing oder auch der sprungstarke Felix Remuta zu den Favoriten. Ein spannender Höhepunkt verspricht der Endkampf am Barren zu werden, bei dem WM-Finalist Lukas Dauser auf den zweimaligen Europameister und Olympiazweiten von London, Marcel Nguyen treffen sollte.

Während die Gerätturnerinnen und Gerätturner bereits bei der Erstauflage der Finals 2019 in Berlin glänzen durften, steht für die Sportgymnastinnen das Debüt an. "Es bedeutet uns sehr viel, dass wir in diesen Kreis aufgenommen wurden", sagt DTB-Teammanagerin Isabell Sawade: "Wir haben einiges zu bieten." Auch Willam freut sich, dass die Gymnastik mit den "sportlich-ästhetischen Bildern" endlich mal wieder im Fernsehen zu sehen sein wird. In der RSG werden in Dortmund sowohl bei den Gruppen als auch im Einzel die nationalen Mehrkampf- und Gerätetitel im Aktivenbereich vergeben. Für die Potsdamerin Margarita Kolosov und eine noch nicht benannte zweite DTB-Gymnastin dient der Auftritt in der Westfalenhalle als Generalprobe für die Europameisterschaften vom 9. bis 13. Juni in Varna. Bei den Gruppen gehen nur reine Vereinsformationen auf die Fläche. Die Nationalgruppe, die noch auf ein Olympiaticket hofft, bereitet sich zeitgleich im Trainingslager in Kienbaum auf den entscheidenden Einsatz in Bulgarien vor.

diefinals.de