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Faustball EM-Silber nach bitterer Endspielniederlage

Machtwechsel im europäischen Herren-Faustball

Fotos: R. Frommknecht

:Der Waibstädter Tobias Maurer wird in Dänemark Vize-Europameister

im Endspiel bei der Europameisterschaft in Toendern (Dänemark) kassierte Titelverteidiger Deutschland gegen Österreich eine bittere 0:4-Niederlage. In der Startformation stand dabei der gebürtige Waibstädter Tobias Maurer, der im Laufe der EM in allen sechs Partien zum Einsatz kam. Der 24-jährige spielt seit 2021 für den schwäbischen Erstligisten TV Vaihingen/Enz, wohnt aber in Waibstadt und engagiert sich bei seinem Heimatverein auch als Jugendtrainer.

Acht Nationen kämpften bei der 24.Herren-EM an vier Turniertagen um die Medaillen. In der Vorrunde verlor Deutschland überraschend deutlich gegen Österreich (0:3). Als Gruppenzweiter wartete im Viertelfinale Außenseiter Belgien, gegen den der Titelverteidiger ungefährdet 3:0 (11:4, 11:3, 11:8) gewann. Das Halbfinale gegen die Schweiz entwickelte sich zum Krimi. Bei 2:3-Satzrückstand drohte dem Team von Bundestrainer Olaf Neuenfeld das vorzeitige Aus. Deutschland konnte aber im sechsten Satz einen Matchball abwehren und nach 12:10 auch den siebten Durchgang mit 11:8 gewinnen.

So wartete im Endspiel vor 2.200 Zuschauern Dauerrivale Österreich. Beide Nationen hatten von den 23 bislang ausgespielten Europameisterschaft 16 bzw. fünf gewonnen. Nach einem 4:0-Blitzstart ließ die deutsche Mannschaft um Kapitän Maximilian Lutz (Schweinfurt) zwei Satzbälle liegen und verlor den Auftaktsatz noch 11:13. Danach spielte nur noch Österreich um die Topangreifer Karl Müllehner und Martin Pühringer. Diverse taktische Varianten liefen ins Leere und der deutsche Angriff konnte die österreichische Defensive kaum mehr in Bedrängnis bringen. In den drei Folgesätzen erzielte Deutschland lediglich 12 Punkte (3:11, 5:11, 4:11). Nach knapp 60 Minuten war eine der deutlichsten Niederlagen in der nahezu 90-jährigen deutschen Länderspielhistorie besiegelt.

Der amtierende Weltmeister unter Bundestrainer Olaf Neuenfeld steht vor einer sportlich schwierigen Zukunft. Wurde die EM 2024 noch hauchdünn gewonnen (4:3 gegen Österreich), unterlag Deutschland in den Endspielen der World Games 2025 (0:4 gegen Brasilien) sowie der EM 2026 (0:4 gegen Österreich) jeweils deutlich.

Die Bronzemedaille gewann die Schweiz nach einem 4:1-Sieg über Italien. Gastgeber Dänemark wurde Fünfter vor Tschechien (3:0), Belgien und Serbien (3:2).