| Rope Skipping

Rope Skipping – junge Sportart in Berlin ganz groß

Rope Skipping vor gigantischer Kulisse: Stadiongala im Berliner Olympiastadion (Foto: N. Raufer)

Badische Turnfestsieger im Rope Skipping, von links: Milena Müller (Gold AK II), Deena Schultz (Bronze AK II) und Audrey Zabeth (Bronze AK III) (Foto: B. Wörz)

Die Frage "Was ist denn eigentlich Rope Skipping?" war beim Internationalen Deutschen Turnfest in Berlin nicht mehr so oft zu hören, wie bei den letzten großen Turnveranstaltungen. Maßgeblich beteiligt am steigenden Bekanntheitsgrad der jungen Sportart in Baden und deutschlandweit ist die TSG Seckenheim, die in Berlin mit einer Performance beim Festzug und spontan an einigen bekannten Sehenswürdigkeiten (Brandenburger Tor, Siegessäule …) für Begeisterung sorgte. Auch auf den Magnetbühnen waren viele Showgruppen mit den Seilen unterwegs und sorgten dort für Stimmung. Die Wettkampfschiene der Seilspringer erfreut sich ebenfalls steigender Beliebtheit, was an den großen Meldezahlen erkennbar ist. Knapp 500 Wettkämpfer an zwei Tagen stellten die Wettkampfverantwortlichen des DTB vor eine große Herausforderung, die allerdings, wie in dieser Sportart üblich, durch die Mithilfe und Geduld aller gemeinschaftlich gemeistert wurde.

So fanden am ersten Tag die Deutschen Einzelmeisterschaften in der Berliner Messehalle statt. In der Altersklasse (AK) I nahmen für die TSG Seckenheim drei Springerinnen teil. Dabei schnitt Marlene Decker als Zwölftplatzierte mit 2.123 Punkten als Beste ab. Sie war zufrieden mit ihrer Leistung, da sie aus Studiengründen nur noch sporadisch in Mannheim trainieren kann und sich weitgehend eigenständig an ihrem Studienort auf die DM vorbereiten musste. Lea Trummer belegte im ersten Jahr der AK I Platz 28 und freute sich besonders über ein gutes Freestyle-Ergebnis. Pechvogel des Tages war Jessica Heck (Platz 41), die mit vier Triple Undern weit unter ihren Trainingsergebnissen blieb. Auch beim Freestyle merkte man, dass sie wegen intensiver Abiturvorbereitungen weit weniger als üblich trainieren konnte.

Erstmals in der AK II (15 – 17 Jahre) war Selina Bitz am Start bei den Deutschen Einzelmeisterschaften. Von Henner Böttcher bestens eingestellt sprang sie trotz einer langwierigen Verletzung mit 2.065 Punkten auf Platz 9. "Sie ist eine Kämpferin, die sich auf den Punkt konzentrieren kann. Von ihr erwarte ich in Zukunft noch einiges", ist Trainer Böttcher optimistisch für die Entwicklung der Athletin. Weiter am Start für die TSG Seckenheim war Leonie Hilbert, die mit Platz 16 und 1.928 Punkten für ein weiteres Ergebnis unter den ersten 20 sorgte. Sara Schmitt (Platz 25 mit 1.819 Punkten) und Sophie Friedl-Schneider (Platz 45 mit 1.380 Punkten) vom LSV Ladenburg komplettierten das badische Starterfeld der AK II.

Die badischen Nachwuchsspringer der AK II und III starteten am Folgetag der DM im Turnfestwettkampf E2, d.h. dass lediglich 2 Minuten Speed gesprungen werden musste und anstelle der Triple Under 30 Sekunden Double Under gefordert waren. Milena Müller und Deena Schultz stellten ihr Ausnahmetalent nach Platz 2 und 4 im Bundesfinale ein weiteres Mal unter Beweis. Milena distanzierte mit einem fehlerfreien und gewohnt ausdrucksstarken Freestyle die Konkurrenz um 200 Punkte und konnte ihre Bezwingerin im Bundesfinale, die Platz 6 erreichte, weit hinter sich lassen. Das gelang auch Deena Schultz. Ihre Speedleistung brachte sie in Führung, allerdings unterliefen ihr im Freestyle zwei leichte Fehler. Dennoch erreichte sie mit 1.941 Punkten das drittbeste Ergebnis und freute sich über die Bronzemedaille. Emelie Wendt wurde Opfer ihrer "schwachen Nerven" und landete auf Platz 35 mit 1.370 Punkten. Erfreulich aus badischer Sicht war auch die Teilnahme zweier Springerinnen vom TV Sexau. Alina Wieber und Anika Schätzle hinterließen bei ihrem ersten Wettkampf einen guten Eindruck und belegten Platz 53 und 68 in dem hochkarätig besetzten Starterfeld.

Die dritte Medaille für die TSG Seckenheim sicherte sich in der AK III (12 – 14 Jahre) Audrey Zabeth. Beim Bundesfinale noch nicht unter den ersten Zehn platziert, platzte bei ihr der "Wettkampfknoten" und sie belegte mit 1.917 Punkten den 3. Platz. Die Wettkampfgruppe Rothhaas/Böttcher konnte noch zwei weitere Springerinnen unter den ersten Zehn platzieren. Vanessa Berg (1.839 Punkte) und Fiona Edler (1.784 Punkte) landeten auf Platz 5 und 8, wobei Fiona ein fehlerfreier Freestyle gelang, der ihr die beste B-Note des 100-köpfigen Starterfeldes einbrachte.

Sieben Springerinnen der AK III kamen vom südbadischen TuS Auggen. Dort hat sich in den letzten Jahren ein zweiter badischer Rope Skipping-Schwerpunkt, neben der TSG Seckenheim im Norden, entwickelt. Manja und Saskia Engelfried trainieren ihre Nachwuchsspringerinnen nicht nur erfolgreich im Showbereich, sondern führen sie behutsam zu den Einzel- und Teamwettkämpfen hin. Dies unterstreicht die Platzierung von Lara Schwartz, die sich mit 1.673 Punkten auf dem 14. Platz wiederfand und total überrascht war über ihr tolles Ergebnis. Für den TuS Auggen waren weiterhin Lara Drolshagen (56. Platz), Sina Fünfgeld (58.), Liz Weber (59.), Pia Fehrle (61.), Sidonia Gorgan (72.) und Lara Imm (76.) am Start. Für die TSG Seckenheim machten Maja Haubenhofer (24.) und Luisa Schwind (40.) ihren ersten Wettkampf auf Bundesebene. Vor allem Maja ließ durch das zweitbeste Ergebnis in 30 Sekunden Speed (82) aufhorchen. Ihre enorme Grundschnelligkeit lässt für die Zukunft noch einiges erwarten.